Seelsorge mal anders: Rassistische Hetze von katholischem Hassprediger

Am Sonntag, dem 22.03.2015, breitete der Militärpfarrer Markus Ramisch seine Ansichten zum Islam aus. Während eines Gottesdienstes in der Hüpstedter Kirche leitete er seine Predigt wie folgt ein: „Als ich in die hessische Gemeinde Stadtallendorf versetzt wurde, riet mir ein Soldat, ich solle nicht nach ‚Ali-Town‘ ziehen.“
Wer jetzt vermutet, diese Einleitung sei der Aufmacher für die Kritik an Rassismus gewesen und wäre im Folgenden als menschenverachtend benannt und entkräftet worden, wird bitter enttäuscht. Ohne Scham und mit viel Enthusiasmus zog der Vertretungspfarrer ein Vorurteil nach dem anderen aus seiner – wahrscheinlich gut gefüllten – Schublade und war sich auch nicht zu schade, der versammelten Gemeinde Heimatverbundenheit sowie den Schutz und die Bewahrung der „Eichsfelder Werte“ ans Herz zu legen. Schließlich habe der Islam ein Frauen- und Wertebild, das mit dem westlicher Gesellschaften nicht vereinbar sei. Bei einem gemeinsamen Besuch eines Heimatmuseums habe er mit Landrat Werner Henning (!) über diese ausgeprägten Heimatgefühle gesprochen. Nun rief der Pfarrer die Gemeinde auf, sich bei kommenden politischen Entscheidungen darauf zu besinnen und entsprechend den Gang zur Wahlurne anzutreten.

Konservierung statt Fortschritt – Ausgrenzung statt Willkommensgrüßen

Was dieser Mensch mit seinen Aussagen vermittelt, ist blanker Menschenhass. Nicht, dass nicht auch die katholische Kirche ein Frauenbild aus dem tiefsten Mittelalter transportiert, nein, Schuld haben einfach diejenigen, die „nicht von hier sind“ und möglicherweise nach anderen Regeln und Vorstellungen leben, als es diesem Pfarrer lieb ist. Der Gemeinde muss zugutegehalten werden, dass nach dem Gottesdienst viele empörte Stimmen laut wurden.
Dennoch muss festgehalten werden, dass islamfeindliche Äußerungen gerade eine gesellschaftliche Hochkonjunktur erfahren. Jeder Mensch, der sich diesen Äußerungen anschließt, tut dies bewusst und nicht aus Unwissenheit oder Naivität.
Wer außerdem versucht, seine lieb gewonnenen Kindheitserinnerungen zu konservieren, indem gesellschaftliche Entwicklungen durch Falschinformation und Hetze bewusst behindert werden, sollte sich auf scharfe Kritik gefasst machen.
Dass es gerade im Eichsfeld Probleme im Umgang mit nicht biodeutschen Menschen gibt, ist keine Neuigkeit. Dass nun aber nicht nur aus dem parteipolitischen Lager, sondern auch von Kirchenvertretern auf diese Art und Weise Stimmung gegen anders- oder nichtgläubige Menschen betrieben wird, ist ein Skandal. Auch wenn hier „nur“ ein Vertretungspfarrer anwesend war, können seine Äußerungen die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen.

Aufmerksam bleiben!

Wir verurteilen dieses Verhalten aufs Schärfste und werden weiterhin darauf achten, wie sich die katholische Kirche im Eichsfeld verhält.
Rassismus und Ausgrenzung werden wir weiterhin entschlossen entgegentreten – Immer und überall!

Rassismus tötet!
Refugees Welcome!

Kontaktdaten des Pfarrers

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